Saarland

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"Saarland,  

1.   EINLEITUNG   

Bundesland im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland, grenzt im Norden und Osten an Rheinland-Pfalz, im Süden und Westen an Frankreich und im Nordwesten an Luxemburg.

Die Hauptstadt und zugleich größte Stadt ist Saarbrücken. Weitere größere Städte sind Neunkirchen, Völklingen, Homburg und Saarlouis. Die Fläche des Bundeslandes umfasst rund 2 570 Quadratkilometer. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 1,08 Millionen.

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Lage in Europa

Lage in Deutschland

Landkarte

 

2. Land

Das Saarland hat Anteil am Hunsrück, am Saar-Nahe-Bergland und am Pfälzer Wald bzw. am lothringischen Schichtstufenland. Im Schwarzwälder Hochwald des Hunsrück befindet sich mit 695 Metern die höchste Erhebung des Bundeslandes. Das Saar-Nahe-Bergland bestimmt das Landschaftsbild im Zentrum des Saarlandes. Das Glan-Alsenz-Bergland führt im Osten zum Nordpfälzer Bergland hin

Pfälzer Gebrüch, Westrich und Bliesgau gestalten den Übergang zum Pfälzer Wald und zum lothringischen Schichtstufenland. Das Saarland gehört zum Einzugsgebiet des Rheins. Der längste Fluss ist die Saar, die zwischen der Bliesmündung und der tief eingeschnittenen Saarschleife bei Mettlach durch mehrere Engtalstrecken und Talweitungen fließt.

 

Die Saarschleife

Klima
Ein gemäßigtes ozeanisches Klima prägt diese Region. Die durchschnittlichen Niederschläge liegen zwischen 710 Millimetern im unteren Niedtal und 1 100 Millimetern im Schwarzwälder Hochwald.

 

3.   BEVÖLKERUNG  
Im Saarland werden teilweise noch rhein- und mittelfränkische Mundarten gesprochen: im Süden mehr rheinpfälzisch, im Norden moselfränkisch. Das größte Ballungsgebiet entstand um die Industrieachse Dillingen, Saarbrücken und Neunkirchen. Geringe Bevölkerungsdichte weisen die landwirtschaftlich orientierten Gegenden im Norden, Südwesten und Westen des Bundeslandes auf. Im Durchschnitt wohnen 422 Menschen auf einem Quadratkilometer. 74 Prozent der Bevölkerung sind katholisch, 21 Prozent evangelisch.

 

4.   VERWALTUNG UND POLITIK  
Die Landesverfassung wurde 1947 verabschiedet. Im Saarland gibt es keine Regierungsbezirke. Seit der Gebietsreform von 1974 ist das Bundesland in den Stadtverband Saarbrücken, die Landkreise Merzig-Wadern, Neunkirchen, Saarlouis, Saarpfalz-Kreis und Sankt Wendel sowie in 52 Gemeinden untergliedert.

 

5.   BILDUNG UND KULTUR  
In Saarbrücken, der einzigen Universitätsstadt des Bundeslandes, gibt es eine Universität, vier Fachhochschulen, eine Hochschule für bildende Künste und eine für Musik und Theater. Zudem hat hier der Saarländische Rundfunk seinen Sitz.

 

6.   WIRTSCHAFT  
Das Saarland ist seit dem 19. Jahrhundert ein stark industrialisiertes Bundesland. Grundlage der industriellen Entwicklung war der Steinkohle-Bergbau im Saarland und die Einfuhr von Eisenerz aus dem benachbarten Lothringen. 1955 erreichte die Kohleförderung mit 17,2 Millionen Tonnen einen Höchststand. Seitdem ist die Förderung rückläufig. Der Bergbau zog die Ansiedelung von Veredelungsbetrieben (Kokereien und Kraftwerke) und Betrieben der Montanindustrie nach sich. Etwa 130 von 1 000 Saarländern sind heute noch in der Industrie beschäftigt. Während früher Betriebe der Eisen- und Stahlverarbeitung vorherrschten, ist das Saarland heute eine Industrieregion mit einer vielfältigeren Branchenstruktur: Es werden auch Chemikalien, Maschinen, Glas und Keramik hergestellt. Die Landwirtschaft ist im Saarland von untergeordneter Bedeutung. Auf etwa 27 Prozent der Fläche des Bundeslandes werden hauptsächlich Getreide und Kartoffeln angebaut. In den letzten Jahren hat die Zahl der Beschäftigten im Dienstleistungssektor zugenommen: Mehr als 56 Prozent der Erwerbstätigen sind in diesem Wirtschaftssektor beschäftigt, großen Zulauf haben der Informations- und Kommunikationsbereich sowie produktionsorientierte Dienstleistungen. Der Tourismus gewinnt im Saarland immer mehr an wirtschaftlicher Bedeutung. Saarbrücken ist Messe- und Kongressstadt. Nonnweiler und Weiskirchen sind heilklimatische Kurorte, Blieskastel im Südosten des Bundeslandes ein Kneippkurort. Das Saarland hat eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur, es verfügt über die höchste Autobahndichte der deutschen Bundesländer. Die Saar ist mit dem französischen Kanalnetz verbunden, wichtigster Hafen ist Saarbrücken.

 

7.   GESCHICHTE  
Das Saargebiet wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. in das Römische Reich eingegliedert und gelangte später unter die Kontrolle der Franken. 925 wurde es Teil des Heiligen Römischen Reiches, aber es bestand weiterhin ein starker französischer Einfluss. Von 1381 bis 1793 waren die Grafen von Nassau-Saarbrücken die wichtigsten lokalen Herrscher. Um das Saargebiet wurde oft gekämpft. Im 16. Jahrhundert geriet das Gebiet unter französische Kontrolle und wurde um 1680 an Frankreich angegliedert. 1697 war Frankreich gezwungen, das Saargebiet aufzugeben, von 1793 bis 1815 erlangte es erneut die Herrschaft über die Region. Nach 1815 gehörte ein großer Teil des Gebiets zur Preußischen Rheinprovinz. Während des 19. Jahrhunderts begann die Förderung der Kohle- und Eisenvorkommen.

Auf der Grundlage des Versailler Vertrags (1919) wurden für einen Zeitraum von 15 Jahren die südlichen Teile der Preußischen Rheinprovinz und die westlichen Teile der bayerischen Pfalz als so genanntes Saargebiet dem Völkerbund als Treuhänder unterstellt. Der Vertrag sah auch eine Volksabstimmung am Ende dieses Zeitraumes vor, in der über den zukünftigen Status des Gebiets entschieden werden sollte. 1935 stimmten über 90 Prozent der Wähler für die Wiedervereinigung mit Deutschland: Das Saargebiet schloss sich wieder dem Deutschen Reich an.

Im 2. Weltkrieg wurde das Saarland, als Standort wichtiger Industriebetriebe, stark zerstört. 1945 wurde es Teil der Französischen Besatzungszone, 1946 gliederten die Franzosen Teile von Rheinland-Pfalz dem Saarland an. Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre versuchten die Franzosen, das Saarland zu einem eigenständigen Staat zu machen. In einer Abstimmung im Oktober 1955 sprach sich eine Mehrheit der Bevölkerung (67,7 Prozent) für eine Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland aus. 1956 vereinbarten Deutschland und Frankreich daraufhin das so genannte Saarabkommen, in dessen Folge am 1. Januar 1957 das Saarland in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert wurde. Von 1955 bis 1980 war die CDU stärkste Partei und wurde dann von der SPD abgelöst, die 1985 die absolute Mehrheit errang. Ministerpräsident wurde Oskar Lafontaine, der 1995 auch zum Vorsitzenden der Bundes-SPD gewählt wurde. Bei den Wahlen von 1994 errang die SPD erneut die absolute Mehrheit. Die FDP scheiterte an der Fünfprozentklausel. Das Kabinett wurde von acht auf sechs Ministerien verkleinert. Neu geschaffen wurden die beiden Ministerien für Umwelt, Verkehr und Energie sowie für Finanzen und Wirtschaft.


Am 10. November 1998 wurde Reinhard Klimmt zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Er trat damit die Nachfolge von Oskar Lafontaine an. 

Bei den Landtagswahlen vom 5. September 1999 büßte die SPD ihre Mehrheit ein; stärkste Partei wurde wieder die CDU, deren Spitzenkandidat Peter Müller zum neuen Ministerpräsidenten des Saarlandes gewählt wurde.“

Aus: "Saarland," Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

 

Soweit also Encarta.*)

Als Folge der Bundestagswahl 1998, seit der die SPD mit den Bündnis90/Grünen eine Koalitionsregierung im Bund bildet, wurde Lafontaine Bundesfinanzminister. Seitdem war Reinhard Klimmt saarländischer Ministerpräsident - bis zum 29.09.1999.

Mit der Landstagswahl am 05. September 1999 wurde die CDU stärkste Fraktion im Saar - Landtag. Die Bündnis 90/Grünen und die FDP schafften den Einzug in das Parlament nicht mehr. Es gibt also nur noch zwei Parteien im Parlament, die CDU (26 Sitze) und die SPD (25 Sitze). Am 29.09.1999 wählten die Volksvertreter mit den Mehrheitsstimmen der CDU-Fraktion mit Peter Müller einen neuen Ministerpräsidenten. Seit diesem Datum ist die neue CDU-Regierung an der Macht.

Die nächste Landtagswahl, die am 05.September 2004 stattfand, hat folgendes vorläufiges amtl. Endergebnis (Stand 06.09., 14:00 Uhr): CDU 47,5 % (27 Sitze im neuen Landtag), SPD 30,8 % (18 Sitze), Bündnis90/Grüne 5,6 % (3 Sitze) und FDP 5,2 % (3 Sitze). Andere Parteien haben die 5-Prozent-Hürde nicht geschafft und sind im Landtag somit nach wie vor nicht vertreten. Die CDU unter Ministerpräsident Müller kann also mit einer absoluten Mehrheit regieren und ist nicht auf einen Koalitionspartner angewiesen.

Das Ergebnis der letzten Landtagswahl im September 2009 führte dazu, dass seitdem im Saarland die erste sogenannte "Jamaika-Koalition" aus CDU, FDP und Grünen die Regierungsgeschäfte führt. Ministerpräsident ist weiterhin Peter Müller (CDU).

10. August 2011: Durch Zustimmung der Koalitionspartner FDP und Grüne wird Annegret Kramp-Karrenbauer zur Ministerpräsidentin gewählt.
6. Januar 2012: Annegret Kramp-Karrenbauer teilt mit, die Jamaika-Koalition wegen parteiinterner Personalquerelen der Landes-FDP aufzulösen.

Bei den Landtagswahlen am 25. März 2012 erhält die CDU 35,2 Prozent und bleibt stärkste Partei. CDU und SPD einigen sich im April auf einen gemeinsamen Koalitionsvertrag und den Zuschnitt des künftigen Kabinetts.
Am 9. Mai 2012 wird Annegret Kramp-Karrenbauer zur Ministerpräsidentin einer Großen Koalition wiedergewählt.


 

*) Der Encarta-Artikel stimmt zwar, ist aber, was die Entstehungsgeschichte des Saarlandes betrifft, doch recht knapp gehalten. Auf einer besonderen Seite  --  hier -- versuche ich daher, einen etwas ausführlicheren Abriss über die letzten 200 Jahre Saar-Geschichte zu gestalten.

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